Köln, 22. März 2010 - Nr. 30/10
Starkes Signal der Klinikärzte: Tausende im Warnstreik!
Mehrere Tausend Ärzte aus über 100 kommunalen Krankenhäusern sind heute dem Warnstreikaufruf des Marburger Bundes (MB) gefolgt. An der zentralen Kundgebung in Köln nahmen rund 1200 Ärzte aus ganz Deutschland teil. "Kommt endlich in Bewegung - das ist unsere Botschaft an die Arbeitgeber", sagte der 1. Vorsitzende des Marburger Bundes, Rudolf Henke, in Köln. Er warf der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) vor, die Tarifverhandlungen mit dem Marburger Bund zu blockieren. "In den vorangegangenen drei Verhandlungsrunden haben die kommunalen Arbeitgeber kein Angebot vorgelegt, das den Besonderheiten des Ärztlichen Dienstes Rechnung trägt. 5000 Arztstellen sind in den Kliniken unbesetzt und die Arbeitgeber verharren in Untätigkeit. Mit dieser Blockadehaltung muss jetzt Schluss sein", forderte Henke vor Beginn der vierten Verhandlungsrunde mit der VKA heute Abend in Köln.
Der MB-Vorsitzende warnte zugleich vor einer weiteren Eskalation des Tarifkonflikts. "Die Ärzte sind in der Lage und auch willens, ihre Forderungen mit allem Nachdruck zu vertreten. Das hat der heutige Tag gezeigt. Die Ärzte haben ein starkes Signal an die Adresse der Arbeitgeber gesendet. Wir lassen uns nicht länger hinhalten!", sagte Henke. Die Ärzte kämpften für bessere Arbeitsbedingungen, damit auch der Ärztenachwuchs wieder eine Perspektive im Krankenhaus sehen könne. "Die kommunalen Klinikarbeitgeber müssen erkennen, dass sie nur dann wettbewerbsfähig bleiben, wenn sie den Ärzten attraktive Arbeitsplätze bieten. Die Bezahlung muss der steigenden Arbeitsbelastung entsprechen. Das gilt insbesondere für die Bereitschaftsdienste in der Nacht, an Wochenenden und an Feiertagen", sagte der MB-Vorsitzende.
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