Frankfurt a.M., 7. Juni 2010 - 64/10
5000 Klinikärzte demonstrieren in Frankfurt – Tarifverhandlungen werden wieder aufgenommen
Zu einer eindrucksvollen Demonstration mit rund 5000 Teilnehmern sind heute in Frankfurt Ärztinnen und Ärzte aus den kommunalen Krankenhäusern zusammengekommen. Vor den Demonstranten aus allen Teilen Deutschlands sprach der 1. Vorsitzende des Marburger Bundes, Rudolf Henke, von einer „enormen Rückendeckung“ im Tarifkonflikt mit den kommunalen Arbeitgebern.
Henke machte deutlich, dass der Marburger Bund nach wie vor ein Angebot der Arbeitgeber erwarte, das den besonderen Arbeitsbedingungen im Ärztlichen Dienst gerecht wird. „Wenn sich die Arbeitgeber jetzt nicht bewegen, tragen sie die Verantwortung dafür, dass sich die Verhältnisse in den kommunalen Krankenhäusern weiter verschlechtern. Jede unbesetzte Arztstelle tut dem Patienten weh, der zu Recht eine individuelle Behandlung und Betreuung erwartet.“
Zwar gebe es nach wie vor kein Angebot der Arbeitgeber, doch habe die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) Signale ausgesendet, die eine Wiederaufnahme der Tarifverhandlungen rechtfertigten. Deshalb habe der Marburger Bund heute beschlossen, das Angebot der VKA zu Tarifverhandlungen anzunehmen. „Solange aber kein vertretbarer Kompromiss auf dem Tisch liegt, werden die Ärztestreiks an den kommunalen Krankenhäusern fortgesetzt“, stellte Henke klar.
Besonderes Augenmerk werde der Marburger Bund in den Verhandlungen auf eine Verbesserung der Bereitschaftsdienst-Vergütung zu ungünstigen Zeiten legen. Henke kritisierte erneut die völlig unzulängliche Bezahlung von Nachtarbeit im Volldienst, die mit einem Nachtzuschlag von 1,28 Euro in der Stunde vergütet wird. „Von 1,28 Euro kann man sich noch nicht mal ein Frankfurter Würstchen kaufen“, sagte Henke unter großem Beifall der Demonstranten auf dem Frankfurter Römerberg.
Alle Infos zum Tarifbereich der VKA